Das Geheimnis des Agitators ist, sich so dumm zu machen, wie seine Zuhörer sind, damit sie glauben, sie seien so gescheit wie er.

KARL KRAUS

NEWS

Markus R. Leeb über den listigen Kampf des „Schuhrebellen“

Markus R. Leeb über den listigen Kampf des „Schuhrebellen“


 

NEWS 15. Mai 2014

Eine Behörde als Werbeplattform

Markus R. Leeb über den listigen Kampf des „Schuhrebellen“

Wussten Sie vor zwei Jahren, dass im Waldviertel Schuhe hergestellt werden? Mittlerweile hat es sich herumgesprochen und die Produkte der Firma GEA haben eine landesweite Fangemeinde.

Das verdankt die Firma zu einem Teil ihrem Gründer und Inhaber, Herrn Heinrich „Heini“ Staudinger. Der sympathische Handwerker und Unternehmer hat, wie sattsam bekannt seine Firma durch Darlehen von Freunden und Bekannten finanziert und bezahlt dafür gute Renditen.

So kommen wir zum zweiten Grund für die Bekanntheit der Waldviertler Schuhe: Die Finanzmarktaufsicht FMA hat Staudingers Finanzierungsmodell für ungesetzlich befunden und dem Firmenchef eine Strafe aufgebrummt. Der „Heini“ hat aber nicht bezahlt, sondern eine öffentliche Sache daraus gemacht. Er sieht sich als Vorkämpfer für alle Unternehmer, die sich ohne Bankkredit finanzieren wollen. Und wenn, so der Rebell, sein faires Modell nicht gesetzeskonform sei, dann wären wohl die Gesetze schlecht.

Das kann der Durchschnittsbürger ebenso nachvollziehen, wie die Aufforderung an die FMA, lieber Banken zu prüfen. So erhöht denn auch die jüngste Strafe von 10.000 Euro die Popularität des „Rebellen“. Fairerweise müsste Staudinger die FMA-Strafe als Werbekosten absetzen dürfen.

Quelle: NEWS, 15. Mai 2014