Man soll Kinder nicht anlügen. Ich werde einem Fünfjährigen nicht alles über Sexualität erzählen, was ich weiß, aber das, was er fragt, werde ich richtig beantworten.

CHRISTINE NÖSTLINGER

PRESSE
Zwei Gerichtsvollzieher bei ihrer Arbeit in der GEA-Filiale in der Wiener Himmelpfortgasse.

Zwei Gerichtsvollzieher bei ihrer Arbeit in der GEA-Filiale in der Wiener Himmelpfortgasse.

 

PRESSEMITTEILUNG 16. Juni 2015

PRESSEMITTEILUNG

… zum überfallsartigen Vollstreckungsvollzug der FMA am 16.Juni in vier GEA Geschäften in Wien:

  1. Alle unsere Darlehensverträge sind LEGAL; d.h. alle unsere DarlehensgeberInnen haben die von der FMA geforderte Nachrangsklausel unterschrieben.
     
  2. Von rund 23 Millionen Klein- und Mittelbetriebenin der EU finanzieren sich mehr als 7 Millionen durch Privatdarlehen, da sie von der Bank auch bei guter Bonität “dank” Basel II und Basel III kein (kaum) Geld bekommen. Auch in Österreich sind es zehntausende, die sich “so” finanzieren. Alle diese Unternehmen zu verfolgen ist absurd.
     
  3. In wenigen Wochen wird das alternative Finanzierung Gesetz (altFG) beschlossen werden, um den Privatfinanzierungsformen Rechtssicherheit zu geben.
     
  4. Vor Wochen wurden in unserem GEA Laden in der Himmelpfortgasse im 1. Bezirk Betten beschlagnahmt, um durch eine Versteigerung die Strafe in der Höhe von 2.626,- Euro einzutreiben. Die für 10. Juni 2015 angekündigte Abholung der Möbel fand nie statt.
     
  5. So keimte bei uns ein Fünkchen Hoffnung. Vielleicht würde doch die Vernunft siegen. Warum sag ich Vernunft?
    – weil alles, was wir “getan” haben, längst LEGAL ist.
    – weil das neue Gesetzt diese privaten Finanzierungsformen legalisieren wird und somit endlich Rechtssicherheit geschaffen wird.
    – weil wir mit der Schaffung von mehr als 200 Arbeitsplätzen einen wertvollen Beitrag zur Bewältigung der Krise – vor allem in der Krisenregion Waldviertel – leisten und geleistet haben. Der EU Binnenmarkt Kommissar Michel Barnier meinte am 30. Jänner 2014 wörtlich, dass die EU solche Leute wie den Staudinger brauche (er nannte mich per Namen), denn nur durch die Arbeitsplätze in der Realwirtschaft wäre die derzeitige Krise in der EU zu meistern. Ich war stolz auf dieses Lob.

Dennoch kamen sie daher (die FMA mit ihren Vollstreckungsbeamten). Sie kamen daher wie ein ÜBERFALLSKOMMANDO.

Sie tauchten in allen vier GEA Läden in Wien gleichzeitig auf und stürmten die Kassen. Sie wollten Cash. Sie wollten nur Bargeld abholen und nicht – wie per Bescheid angekündigt  die vor Wochen beschlagnahmten Betten.
Unser Mitarbeiter im GEA Laden im 7. Bezirk, in der Kirchengasse 24, meinte zum Vollstreckungsbeamten, er dürfe die Kassa nicht für Fremde öffnen. Daraufhin wurde er sofort von diesem mit einer Anzeige “Widerstand gegen die Staatsgewalt” bedroht. Sie gaben nicht nach, bevor sie nicht die 2.626,- Euro hatten.

Man stelle sich vor, wie viel Energie die Staatsgewalt in “meinen Fall” inveistiert hat. Ich habe nicht den geringsten Zweifel, dass es für jede Organisation gefährlich ist, wenn sie zuviel Energie ins Unwichtige steckt.
Wichtige Felder gäbe es genug: die Gefahr, die vom Finanzsektor ausgeht, ist längst nicht gebannt…

Und wenn ich mir vorstelle, dass IKEA (Quelle: NDR, Süddeutsche, Kronenzeitung) im Jahr 2010 für 2,5 Milliarden Euro Gewinn nur 48.000,- Euro an Steuern zu bezahlen hatte, dann denk ich mir, warum stehen die Gerichtsvollzieher nicht vor den Kassen der IKEA Möbelhäuser in ganz Europa und verlangen Bargeld? Bargeld, bis die Differenz zum normalen / gerechten (für alle gleichen) Steuersatz eingetrieben ist. Für 2,5 Milliarden Euro Gewinn zahlt jeder “normale Stuerzahler” in Österreich 625 Millionen Euro und nicht 48.000,-.
Bei Apple, Amazon, Fedex, Starbucks usw. ist’s dasselbe.

Warum befassen sich unsere Behörden nicht mit den großen Problemen unserer Gesellschaft?

Das fragt im Ernst,
Ihr Heini Staudinger

PS: “Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.”
Lukas, Kapitel 23, Vers 34

PPS: “Wir* sind viele, sie** sind wenige. Eine andere Welt ist nicht nur möglich, sie ist schon unterwegs.”
Arundhati Roy

* Wir: rund 7 Milliarden Menschen
** Sie: 147! (in Worten: einhundersiebenundvierzig) transnational agierende Konzerne kontrollieren 40 % aller weltweiten Unternehmenswerte.