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ÉMILE MICHEL CIORAN, Die verfehlte Schöpfung

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SP-Landesvorsitzender Matthias Stadler, SP-Landesgeschäftsführer Robert Laimer und Schremser SP-Mandatare besuchten Heini Staudinger

SP-Landesvorsitzender Matthias Stadler, SP-Landesgeschäftsführer Robert Laimer und Schremser SP-Mandatare besuchten Heini Staudinger

 

TIPS 20. Juli 2014

Stadler besucht Rebellen

Dieser Tage begab sich St. Pöltens Bürgermeister Matthias Stadler in seiner Funktion als SP-Landesvorsitzender mit seinem Adlatus, SP-Landesgeschäftsführer Robert Laimer, seines Zeichens auch Stadtrat in der Landeshauptstadt, begleitet von Schremser SP-Mandataren ins Waldviertel um sich mit Visionen von Finanzrebell Heini Staudinger auseinanderzusetzen.

Bürgerdarlehen erlauben
Staudinger, der bekanntlich drei Millionen Euro von Privaten erhielt um sein Schuherzeugungsunternehmen alternativ und ohne Banken zu finanzieren, und damit mit der Finanzmarktaufsicht in Konflikt geriet, forderte Änderungen bei der Bankkonzessionspflicht. So sollen gemeinnützige Organisationen oder auch Gemeinden von dieser Bankkonzessionspflicht befreit werden, um auch bei Bürgern Darlehen für Projekte aufnehmen zu können. Diese sogenannte Kapitalmarktprospektpflicht soll nicht so wie jetzt bereits ab 100.000 Euro gelten, sondern erst ab fünf Millionen Euro. Mittlerweile gebe es derartige „Bürgerkredite“ auch in vielen Kommunen. 
  
Den Schuster zu seinem Leisten bringen 
Staudinger wies darauf hin, dass das Schusterhandwerk mittlerweile im Aussterben begriffen ist – in ganz Österreich seien insgesamt nur 26 Lehrlinge gemeldet. In diesem Zusammenhang gab Stadler seinem Wunsch Ausdruck, die Lehrlingsausbildung und Ausbildung zum Facharbeiter zu forcieren: „Wir brauchen auch in Zukunft gut ausgebildete Facharbeiter – deshalb ist Lehrlingsförderung eine Zukunftsförderung.“ Um der Lehre das Image zu geben, das sie verdient, sei eine gesellschaftliche Bewusstseinsveränderung von besonderer Bedeutung.
 
Während in den Ballungsräumen, wie im Zentralraum und der Landeshauptstadt, der Bevölkerungsanteil rasch wächst, ist in den Grenzlandregionen abseits der Hauptverkehrsachsen das Gegenteil zu beobachten. „Beinahe 20 Prozent Abwanderung im Bezirk Gmünd in den vergangenen 15 Jahren lassen die Alarmglocken schrillen. Hier muss gegengesteuert werden“, meint Stadler und fordert einmal mehr den Bau einer „Waldviertel-Autobahn“.

 

Quelle: TIPS, 20. Juli 2014