Du musst dich einmischen, du musst ein Grenzgänger werden.

HANNAH ARENDT

OSKARL
Erst auf den zweiten Blick ist hier ein Meisterwerk der Improvisation ersichtlich.

Erst auf den zweiten Blick ist hier ein Meisterwerk der Improvisation ersichtlich.

 

OSKARL brennstoff 37, Konsumtotalitarismus (Online blättern)

Auf den zweiten Blick

Um ein Oskarl zu werden, bedarf es zu allererst einer Nominierung. Originalität, Witz, Charme und Improvisationskunst sind dabei maßgebliche Kriterien. Mit wenigen Ausnahmen sind es »Nominierungen auf den ersten Blick«. Nicht so die Einsendung von Peter Nowak. Er hat uns ein Foto von seiner Armbanduhr als Oskarl-Vorschlag geschickt.

Wo an diesem zwar hübschen, aber in keiner Weise originellen oder witzigen, am ehesten noch charmanten Chronometer das Meisterwerk der Improvisation ersichtlich sein sollte, stellte uns vor ein Rätsel. Die Antwort und mit ihr den verdienten Oskarl – wenn auch erst auf den zweiten Blick – brachten Peters erklärende Briefworte:

 

Liebe Leute,

seit ca. 25 Jahren habe ich eine Uhr und die braucht immer wieder neue Uhrbänder, weil ich Leder lieber mag als Metalluhrbänder.

Nun halten gekaufte Lederuhrbänder nicht lang und das Sortiment in den Uhrengeschäften wird immer kleiner! Letztes Jahr habe ich dann die nach mehreren Jahren und drei neuen Sohlen in die Jahre gekommenen Waldviertler zerlegt und mir mein Uhrband mit den alten Metallteilen des letzten Uhrbands aus dem Oberleder der Schuhe geschnitten und genäht. Nun, nach einem Jahr schaut das schöne Stück so aus. Bin gespannt, wie lang das recycelte Waldviertler Uhrband hält.

Liebe Grüße,

Peter Nowak

 

Oskarl wem Oskarl gebührt. Und mit diesem genialen Einfall ohne Zweifel dir, lieber Peter Nowak. Gratulation vom beeindruckten brennstoff-Team.| Sylvia Kislinger


oskarlDer »Oskarl für ImprovisiererInnen« ist inzwischen eine fixe Einrichtung im brennstoff. Schick’ uns bitte geglückte Beispiele aus deinem Alltag! brennstoff@gea.at