Wer alles nur für Geld macht, wird eines Tages für Geld alles machen.

NORBERT BLÜM

OSKARL
Essen wo es hingehört: Dafür setzt sich das Team von Andrea Roschek ein.

Essen wo es hingehört: Dafür setzt sich das Team von Andrea Roschek ein.

 

OSKARL brennstoff 38, Sehnsucht, bist du noch da? (Online blättern)

Mut und Widerstand

Es geht uns gut. Laut Statistik sogar super gut. Österreich wie Deutschland gehören zu den reichsten Ländern dieser Welt. Reichtumstendenz steigend. Armutstendenz ebenso. Die Schere zwischen Arm und Reich geht weiter auf. Wenn die, die zu viel haben, denen, die zu wenig haben … So könnte es gehen. Tut es aber nicht. Nirgendwo auf der Welt herrscht die Selbstverständlichkeit einer Umverteilung von Zuviel auf Zuwenig. Das Angebot in den Supermärkten ist ein Spiegel unseres durchgeknallten Konsumverhaltens. Das logische »Zuviel« der Riesensortimente wird allabendlich in die Mülltonnen von Spar, Billa, Lidl usw. entsorgt. Valentin Thurns Dokumentarfilm Taste the Waste erschütterte uns 2011 mit seinen schockierenden Zahlen und Vergleichen und machte so manchen Konsumbürger zum Wut- und Mutbürger – stiftete an zum Containern oder Dumpstern.

Die Tafeln sind ein Netz von gemeinnützigen Hilfsorganisationen in Europa und Amerika. Sie sammeln Lebensmittel, die aus diversen Gründen nicht, oder nicht mehr, für den Verkauf bestimmt sind und im Müll landen würden, um sie an Menschen in Not entweder zu verschenken oder gegen geringes Entgeld zu verkaufen. Andrea Roschek, sie ist Herz und Hirn der Pannonischen Tafel in Eisenstadt, hat uns erzählt, dass es den Tafeln durch viel Überzeugungsarbeit gelungen ist, von einigen Supermärkten das Einverständnis zu bekommen, abgelaufene Waren abzuholen, bevor sie im Müll landen. Unglaubliche 10 Tonnen Lebensmittel, Hygieneartikel und andere Produkte werden wöchentlich von Andrea und ihrem Team gesammelt, umverteilt oder für das tägliche vegane Menue im »Wohnzimmer in Eisenstadt« (www.pannonischetafel.com) verkocht.

Unser Oskarl soll heute an Andrea und ihre Pannonische Tafel gehen; stellvertretend für all jene, die mit ihrem Engagement Widerstand leisten gegen den himmelschreienden Wahnsinn unserer Konsum-Gesellschaft. Vor allem wollen wir ihn auch jenen engagierten VerkäuferInnen verleihen, die dem Unsinn trotz des Risikos von Kündigung und Bußgeldern Parole bieten und damit manch einkommensschwachen Haushalt unterstützen und entlasten. Auf dass euch, ihr Mutigen und Engagierten, unser Oskarl in eurem Widerstand Kraft geben möge. | Sylvia Kislinger

 


oskarlDer »Oskarl für ImprovisiererInnen« ist inzwischen eine fixe Einrichtung im brennstoff. Schick’ uns bitte geglückte Beispiele aus deinem Alltag! brennstoff@gea.at