Es ist nicht gut, schön zu sein, das erleichtert einem zu viel.

JACQUES BREL

GESUNDHEIT IST MEHR ALS DAS FEHLEN VON KRANKHEIT

Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer

Afrika ist in einer auswegslosen Situation gefangen. Ich kann es am Beispiel Tansania aufzeigen. Über den Schuldendienst fließen 45 % vom Staatshaushalt aus Afrika, einem der ärmsten Kontinente der Welt, mit gewaltigen Risikozuschlägen in die Banken der reichen Länder. Zinssätze von 25 % bis 50 % sind üblich! Für die Entwicklung eines ordentlichen Bildungssystems oder eines halbwegs funktionierenden Gesundheitswesens bleibt damit viel zu wenig Geld im Land. Was das heißt? Zum Beispiel: die Secondary School in Olkakola – wir waren erst letzte Woche dort – hat für 1.350 SchülerInnen ganze 17 LehrerInnen. Und dann kostet das Schulgeld für ein Kind pro Jahr noch einige Monatsgehälter eines Hilfsarbeiters …
Dieses System, an dem der »Westen« profitiert und ganz wesentlich mitschuldig ist, gebiert Korruption. Korruption ist Unrecht. Hier wie dort. Dort wirkt sie oft bitterer, weil sie die so wenigen Entwicklungs-Chancen nachhaltig ruiniert. Und auch hier bei uns haben die Profiteure dieses Unrechtssystems wenig Grund zur Freude, denn das Kind dieses Systems heißt Hass. Und der kennt nur ein Ziel, nämlich den reichen Westen. Wir betrachten es als unsere Hauptaufgabe in Afrika, solide PartnerInnen für unser/euer Spendengeld zu finden und diese PartnerInnen in einer Weise zu unterstützen, dass Sinnvolles wachsen kann. Wir betrachten es weiters als unsere Aufgabe, wachsam zu sein, wie sich »unsere« Projekte entwickeln und Korruption durch eine strenge Forderung nach sauberen Zahlen und engen Kontakt zu »unseren« Leuten in Afrika möglichst wenig Chance zu geben.

Gesundheit ist mehr als das Fehlen von Krankheit

Diesen Satz hat uns Maria Schiestl vor wenigen Tagen in Entasekera, Süd-Kenya, gesagt. Maria ist Tirolerin, aufgewachsen in einem Bergbauernhof im Zillertal. Sie kennt sich mit Krankheit und Gesundheit aus, denn sie ist seit vielen Jahren Ärztin im Buschkrankenhaus in Entasekera. Der Satz »Gesundheit ist mehr als das Fehlen von Krankheit« ist in einem Gespräch mit ihr um den Wahnsinn der Mädchenbeschneidung in Afrika gefallen. Das Schicksal der Frauen in der patriarchalen Maasai-Gesellschaft ist im Laufe der letzten Jahre zum Schwerpunkt von Marias Arbeit geworden. Der »therapeutische« Ansatzpunkt ihrer Women Empowerment Workshops heißt: Die Frauen müssen stärker werden, denn nur dann kann eine Änderung zu ihren Gunsten passieren. In den einwöchigen Workshops lernen sie zuerst, offen miteinander über ihr Leben und ihr Schicksal zu reden (was auch so manchem von uns gut tun würde). Durch zwei Juristinnen – beide Maasai – erfahren die Frauen von ihren Rechten. In Theaterimprovisationen wird dann geübt, wie sie ihre neuen Erkenntnisse zuhause auch umsetzen können.

Kleines Wunder

Heuer im Mai, am Muttertag, feierte Maria mit hunderten Frauen und ihren Männern die Graduierungen. Die Männer waren ganz offensichtlich stolz auf ihre Frauen. Und dann ist ein kleines Wunder passiert, denn erstmals seit Menschengedenken wurde in dieser Gesellschaft öffentlich über die Abschaffung der Mädchenbeschneidung geredet. Wunderbare, ermutigende erste Schritte in Richtung Gesundheit im Sinne von »mehr als das Fehlen von Krankheit«.
Dank euren Spenden können in diesem Jahr zahlreiche Women Empowerment Workshops mehr in Entasekera stattfinden. Danke!

Telegramm Safari News

Walking Safari mit unserem Maasai Freund Emanuel Killel. Zu Fuß geht’s durch die unglaublich schönen und wilden Landschaften Tansanias. Ganz nah an Mensch und Natur. Esel (richtige) tragen das Gepäck. Emanuel und seine Freunde führen und begleiten durch diese ganz andere Welt. Der Großteil des Gewinnes kommt der Community zugute. Interesse? Anfragen bitte an: Renate per E-Mail

Es ist unerträglich den hungernden afrikanischen Frauen, Männern und Kindern via Medien täglich in die leeren Teller zu schauen. Unser Freund Klaus Palkovits ist mit dem Österreichischen Roten Kreuz in Addis Abeba. Mit seiner Hilfe werden wir uns bemühen, dass »unser« Spendengeld möglichst unmittelbar den Not leidenden Menschen zugute kommt.