Werden wir richtig informiert? Ich übertreibe nicht, wenn ich behaupte, dass von der Antwort auf diese Frage die Zukunft der menschlichen Gesellschaft abhängt.

ARNOLD J. TOYNBEE, Der Gang der Weltgeschichte

REISEBERICHT

Umringt von Kindern… Kaum zu glauben, wie viele Kinder mit den Tieren unterwegs sind. Überhaupt begegnen uns viele Kinder, unterwegs um Wasser zu holen oder um in die Schule zu gehen. Alle sind entweder in Massai- Tracht oder in Schuluniformen gekleidet.

 

REISEBERICHT von Lisa, Juli 2016

Einblicke in das Leben der Massai

Reisebericht Walking Safari Juli 2016

Als ich – mit Wanderausrüstung am Flughafen Wien ankomme und in den Lift steige- sehe ich ein ähnlich gekleidetes Ehepaar, nämlich auch mit Wanderschuhen und großen Rucksäcken ausgerüstet. Der Mann lächelt mich an und sagt nur: „Tansania?“ Nach einer Schrecksekunde kann ich antworten und habe somit schon die ersten, sehr netten Reiseteilnehmer kennengelernt. Es stellt sich heraus, dass auch die anderen Teilnehmer sehr unkompliziert, sehr hilfsbereit, nett, lustig und einfallsreich sein würden und wir uns sehr gut verstehen.

Angekommen in Afrika gibt es bald das erste Essen, das zu diesem Zeitpunkt für mich „sehr afrikanisch“ schmeckt. Ich beschließe, heute weniger zu essen. Auch das Hotel mit den wackeligen Duscharmaturen, die desolate Toilette, na ja…. Von zu Hause bin ich etwas anderes gewöhnt.

Ich bin schon sehr gespannt auf die Wanderungen und kann es deshalb kaum erwarten, loszugehen. Schon die erste Wanderung gefällt mir sehr und der Kontakt mit den Massai- Frauen, die Schmuck für GEA machen, ist sehr berührend für mich. Die Frauen singen für uns und freuen sich sichtlich über unseren Besuch.

Auch die nächsten Wandertage sind voller toller Eindrücke. Wir gehen durch sehr abwechslungsreiche Landschaften und begegnen vielen Massai- Männern, Frauen und Kindern, die vor uns ehrfürchtig den Kopf verbeugen.
Als ich dann am nächsten Tag aus nächster Nähe Giraffen, Gazellen, Strauße, sowie riesige Kuh- und Ziegenherden sehe, bin ich restlos begeistert.

Bei den Massaifrauen, die Schmuck für GEA machen.

 

Vor allem fasziniert mich, wie friedlich die Tiere sind. Bei uns zu Hause gehe ich nur sehr vorsichtig durch eine Kuhweide.
Kaum zu glauben, wie viele Kinder mit den Tieren unterwegs sind. Überhaupt begegnen uns viele Kinder, unterwegs um Wasser zu holen oder um in die Schule zu gehen. Alle sind entweder in Massai- Tracht oder in Schuluniformen gekleidet und durchwegs sehr sauber und haben überraschend kühle Hände. Ein Wunder für mich, wir sind nämlich alle ziemlich verschwitzt, staubig und schmutzig oder fühlen uns so.

Ich genieße die Wanderungen durch die vielfältige Landschaft sehr und staune immer, wenn wir ankommen und unsere Zelte bereits aufgestellt sind und das herrliche Essen schon auf uns wartet. Toll, was die Köche unter einfachsten Bedingungen für uns zaubern: Schon zum Frühstück gibt es Unmengen von Palatschinken, Omeletts, mittags herrliche Reis-, Nudel- Kartoffelgerichte. Sogar Pizza gibt es für uns. Am köstlichsten aber waren die würzigen Linsenbällchen!

Mama Anna, eine starke afrikanische Frau.

 

Den absoluten Höhepunkt stellt für mich das Camp bei den Hot Springs dar. Unglaublich- plötzlich gibt es in der trockenen Landschaft einen warmen See mit herrlich weichem Wasser. Begeistert gehen wir alle hinein und waschen unsere staubigen Haare aber auch unsere Hosen und T- Shirts. Lange liegen wir im warmen Wasser und wollen gar nicht herausgehen. Noch schöner ist es am Abend bei Vollmond….Herrlich und unvergesslich!

Diese Reise war wirklich etwas ganz Besonderes für mich, zum einem, wegen der netten Mitwanderer und der tollen Wanderungen, zum anderen, wegen der vielen Einblicke in das Leben der Massai. Unvergesslich der Besuch in Emanuels Heimatdorf oder der Besuch beim Arzt, der nicht einmal einen Computer hat.

Tief berührt hat mich aber „Mama Annas“ Schule, wo am Freitag 200 Kinder aus voller Kehle und mit großer Begeisterung für uns singen. Ich gehe mit den Mädchen in ihren Schlafsaal und wir unterhalten uns- in gutem Englisch- lange miteinander. Dann beginnen sie zu singen, klatschen und tanzen. Diese Mädchen sind so lebensfroh, so interessiert, so stark! Wirklich beeindruckend! Reich beschenkt aber auch sehr nachdenklich und demütig komme ich zurück in das Hotel in Arusha, wo wir bereits zu Beginn der Reise untergebracht waren. Komisch, es ist jetzt gar nicht mehr schmuddelig. Im Gegenteil, ich genieße das heiße Wasser aus der Dusche, das köstliche Essen, das herrliche Bett…

Emmanuel, unser immer gut gelaunter Guide.

 

Ich bin sehr dankbar, dass ich bei dieser Reise dabei sein durfte. Ganz viele unvergessliche Erlebnisse werden mich noch lange begleiten!