Wenn ein Arzt hinter dem Sarg seines Patienten geht, so folgt manchmal tatsächlich die Ursache der Wirkung.

ROBERT KOCH

BäUME FüR AFRIKA

3 Masaai Schüler blicken in die Kamera

 

Wir müssen weiter Bäume pflanzen

Die Nachricht vom Tod von Wangari Maathai bekam ich von meinem Freund Bernhard Wagenknecht, der in der renommierten »Gartenbauschule Schönbrunn« in Wien unterrichtet. In seinem Brief meinte Bernhard lapidar: »Wir müssen weiter Bäume pflanzen.«
Sofort schrieb ich an meinen Freund Symon Ntaiyia, dessen Schule (150 km westlich von Nairobi) wir seit einem Jahr maßgeblich unterstützen, dass wir das Erbe von Wangari Maathai fortsetzen müssen. How? Wie? — By planting trees! Symon schrieb mir sofort zurück, dass er Wangari Maathai schon vor 33 Jahren kennenlernen durfte und dass ihr Anliegen, Bäume zu pflanzen, auch das seine sei. In Null-komma-Nix beschlossen wir, in seiner Schule eine Baumschule zu etablieren. Die Gartenbauschule Schönbrunn hat bereits zugesagt, dieses Projekt mit ihrem Knowhow zu unterstützen. Eine Hürde, die es noch zu nehmen gilt, ist das leicht salzige Brunnenwasser, das durch seinen hohen Natriumgehalt die dortigen Böden für so manche Pflanze unfruchtbar macht. Wunderbar, dass wir mit der Hochschule für Bodenkultur für dieses Problem einen kompetenten Ansprechpartner und Mitdenker gewinnen konnten.

Symons Schule ist während der Schulmonate nicht nur Schule, sondern auch Heimat für zirka 350 Nomadenschulkinder. Nomadenkinder kann man naturgemäß nur in einer Schule mit Internatsbetrieb unterrichten. Das erschwert und verteuert den Schulbetrieb erheblich. Wie schön, dass wir, die Gemeinschaft der brennstoff-LeserInnen, diese Schule unterstützen können. Im Hinblick auf unsere Baumschule und das Bäumepflanzen sind gerade »unsere« jungen Nomaden prädestiniert dafür, das Bäumepflanzen weitum zu verbreiten. Und das ist dringend nötig.

Überall entlang der kenianischen und tansanischen Straßen findet man Frauen, die gesammeltes Feuerholz zu riesigen Bündeln geschnürt, zum Verkauf anbieten. Maria Schiestl hat uns auf der langen Fahrt von »ihrem« Krankenhaus in Entasekera in Südkenia zu Symons Schule nach Narok riesige Landflächen gezeigt, auf denen heute so gut wie kein Strauch, geschweige denn ein Baum mehr wächst. Als Maria vor gut 20 Jahren nach Kenia kam, war hier noch dichtes Buschland, das aber nach und nach zu Feuerholz verarbeitet wurde. Feuerholz, das in Millionen offener Feuerstellen, die tagtäglich im ganzen Land zum Kochen und Heizen benötigt werden, verbrennt.
So wollen wir mit unserer (Ihrer/deiner und meiner) Hilfe und Engagement neue (Baum-)Wurzeln schlagen und Samen für eine neue (alte ?!) Zukunftsfähigkeit legen. Auf dass die Bäume möglichst bald in den afrikanischen Himmel wachsen mögen. Karibu sana!