Das Mitgefühl ist die in uns eingebaute Schranke zum Unmenschlichen.

ARNO GRUEN

Symposium

Liebe Freundinnen, liebe Freunde!

Protektionismus. Es ist gar nicht so lange her, da erzählte ich in einem Vortrag aus meinem Leben als Schuherzeuger in Österreich. Ich erzählte, dass ich 1991 zufällig (aus einer Notlösung) Mitbesitzer der Waldviertler Schuhwerkstatt wurde und dass ich vor gut zwanzig Jahren eher unfreiwillig Geschäftsführer dieser Firma wurde, denn für einen Profi, also für einen richtigen Schuh-Könner, fehlte das Geld.

Es dauerte ein Weilchen, bis mir dämmerte, in welch beschissener, kaputten Branche ich da gelandet war. Als es mir langsam klar wurde, war es schon zu spät. Ich war mit Arbeit und Lernen bis über die Ohren eingedeckt und nach und nach kapierte ich, warum (fast) alle Schuherzeuger zusperrten oder ihre Produktion in billigere Länder verlagerten. Denn Schuh-Erzeugung blieb – trotz technischer Fortschritte – arbeitsintensiv. Arbeit war/ist bei uns teuer, unter anderem wegen der UNGEHEUER hohen Abgabenlast auf Arbeit, während Importe aus egal-woher weitgehend abgabenfrei herein durften/dürfen.

Und während ich lauthals über diesen zerstörerischen Unsinn, nichts-höher-zu-besteuern-als-Arbeit, schimpfte, rief einer aus dem Publikum: „Ja, Heini, willst du denn einen Protektionismus?“ Zuerst dachte ich, ich hör nicht recht: „Wie bitte? Was sagst du? Wie meinst du das? Protektionismus? Den haben wir doch. Protektionismus überall. Nur schützen sie nicht uns, sondern die Großen!“ Wie denn der Protektionismus zugunsten der Großen funktioniere, wollte er wissen. Da kam ich in Fahrt: „Zum Beispiel durch hohe Steuern und Abgaben auf Arbeit und (fast) KEINE Abgaben auf Importe. Kleinliche und akribische Steuerprüfungen bei den Kleinen, (fast) KEINE Steuern für Konzerne „dank“ Steuerschlupflöchern in Luxemburg, Irland und den Niederlanden.“ Und er: „Aber diese Gesetze sind doch abgestimmt mit internationalen Handelsabkommen!“ „Ja, klar. In diesen Abkommen steckt doch dieser völlig unverschämte Protektionismus für die Großen drin, an dessen Folgen die Kleinen mit ihrem Know-How und ihren zehntausenden Arbeitsplätzen kaputtgehen!“

Nun. In vielen Bereichen stehen wir vor einem NOTwendigen Wandel. Wir spüren, dass diese Wirtschaft der Großen, der Banken und Konzerne, „alles“ kaputt macht. Wenn wir uns aber – dem Mainstream zum Trotz – dennoch nach deiner lebensbejahenden Wirtschaft sehnen, dann dürfen wir nicht auf „die da oben“ hoffen, dann müssen wir uns selber auf den Weg machen und selber denken und selber handeln.

Das meint im Ernst

Heini Staudinger Signatur

PS: Wir haben in den letzten Jahren einen tollen Aufschwung erlebt. Danke dem Himmel und euch Kunden. Wir konnten der starken Nachfrage nur dank unserer superverlässlichen Kooperationspartner in Ungarn und Tschechien nachkommen. Ihnen will ich an dieser Stelle für die gute freundschaftliche Zusammenarbeit herzlich danken. Danke! Köszönöm! Dekujeme!