Falls Freiheit überhaupt irgendetwas bedeutet, dann bedeutet sie das Recht darauf, den Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen.

GEORGE ORWELL

Liebe Freundinnen, liebe Freunde!

Danke, danke,
eure Geschichten haben mich gewarnt

Als ich zum Studieren nach Wien kam, gab es dort regelmäßige Treffen der »Altpetriner«. Das waren alle, die, so wie ich, im Petrinum in Linz im Internat waren und dort auch zur Schule gingen. Diese Treffen waren immer lustig, manchmal auch lehrreich.

Die Alten – allesamt Leute in guter Position – erzählten ihre Geschichte/n vom Studium über die ersten Berufsjahre, von den kleinen und großen Entwicklungsschritten ihrer Karriere, bis schließlich zum Chefposten. Es war als erzählten sie von einem Leben, das uns Jungen noch bevorstand.

Unter ihnen war auch ein Bankdirektor, der traurig beteuerte, wie schön doch das Leben gewesen sei, als er selbst noch Student war. Dabei dachte ich mir insgeheim, warum er denn dann dieses »schöne Leben« gegen das »nicht (so) schöne« Leben als Bankdirektor getauscht hatte. Damals nahm ich mir vor auf dieses Karriereleben zu verzichten. Lieber wollte ich einfach leben, so wie ich es als Student praktizierte. Mein Königreich war nicht luxuriös, aber ich war der König.

Ganz bin ich dann diesem Leben der Erwachsenen doch nicht entkommen. Ich arbeite oft zu viel. Manchmal sogar wie ein Idiot. Aber so manchen Umweg habe ich mir doch erspart, weil mir diese Alten als warnende Beispiele vorangingen. Ich brauch nicht viel. Drum dürfen meine paar Möbel auch was kosten. Und gute Möbel, gute Materialien gut verarbeitet, halten »ewig«. Bitte lies/lesen Sie den Spaltentext von Harald Welzer in unserem GEA-Album 75 auf Seite 4.

Ja, ja. Fast alle unsere GEA Möbel sind enkeltauglich, sind so, dass unsere Enkelchen noch daran Freude haben können. So sind Möbel wertvoll. So dürfen sie auch etwas kosten. Denn mit den Billigmöbeln geht vieles verloren, was wir eigentlich gerne hätten – Arbeitsplätze, handwerkliches Können, Ausbildungsplätze für die Jungen, die gestalterische Vielfalt in den Wohnungen, die Dauerhaftig keit, die Reparierbarkeit usw. … im Gegensatz zu unserer Sehnsucht nähren die Milliardenumsätze der Möbelgiganten in den »reichen« Ländern gigantische Sperrmüllberge – gigantische Denk!mäler unserer Gesellschaft.

Meistens denken wir nicht dran und doch ist es so, dass Möbel Mitbewohner sind. Und so gesehen ist es nicht wurscht, mit welchen Mitbewohnern ich leben möchte. Mit Lackaffen? Mit Prestige-Möbeln, die die Besucher beeindrucken sollen? Mit glänzendem Sondermüll? Oder mit enkeltauglichen, gut gearbeiteten, alltags- und funktionsfähigen Möbeln? Dort, wo wir wohnen, findet ein wesentlicher Teil unseres Lebens statt. Wir können das Leben nicht zwingen, aber wir können unseren Lebensraum pflegen und das macht Sinn.

Das meint im Ernst,

Heini Staudinger Signatur

PS: Bitte schau auf www.gea.at/jobs. Wir suchen Leute in verschiedenen Bereichen; z.B. solche, die ein Händchen in Sachen Einrichtung und Ladengestaltung haben.


Wir machen Leiner kleiner

Dieser freche Titel schmückte unser GEA Album Nummer 8 im Herbst 1999. Drunter schrieb ich: »Leiner, du bist wirklich der Größte in Österreich. Seit du Michelfeit auch noch geschluckt hast, kommst du angeblich auf 17 Milliarden Schilling (1,23 Milliarden Euro) Jahresumsatz. Wir geben es ehrlich zu: dort wollen wir knabbern. Herzliche Grüße, deine GEA«

Michelfeit war damals einer der ganz großen Möbelhändler im Osten Österreichs. 1999 wurde er von Leiner gefressen. Keine 15 Jahre später war der große Möbel-Leiner selber dran. Er wurde 2013 vom Steinhoff-Konzern gefressen.

Bruno Steinhoff hat seinen Firmenhauptsitz von Bremen nach Südafrika verlegt. Insgesamt erwirtschaftet sein Konzern nun mehr als 10 Milliarden Euro Umsatz, 75 % davon in Europa. Mit einem Gewinn von fast 650 Millionen Euro gehört er zu den »Branchenbesten«. IKEA jedoch ist noch »besser«.

Wie funktioniert das Spiel der »Großen«, der »Besten« im Möbelhandel? Wollen sie den Wettbewerb gewinnen, brauchen sie Bestpreise. Für diese müssen sie kämpfen und sparen, wo es nur geht. Vor allem:

  1. an den Lohnkosten in der Erzeugung (erzeugt wird irgendwo, am besten dort, wo es keine Sozialstandards gibt),
  2. an den Materialkosten (am besten dort, wo es keine Ökostandards gibt) und natürlich
  3. an den Steuern (am besten dort, wo es keine oder nur kleine Steuern für Konzerne gibt. Zum Beispiel in Luxemburg, Irland oder in den Niederlanden)

So musste z.B. Inter IKEA im Jahr 2010 bei einem Gewinn von 2,5 Milliarden Euro in Luxemburg nur 48.000,— Euro Steuern zahlen. (Quelle: NDR) – (In Österreich müssten wir für so einen Gewinn nicht 48.000,— Euro, sondern 625 Millionen Euro zahlen). Soo gewinnt man kurzfristig den Wettbewerb, langfristig wird soo aber alles kaputt. So – oder so ähnlich wie IKEA – machen es alle Großen.

Nun, liebe Republik, nimm dich in Acht. Denn soo verlierst du nicht nur riesige Steuereinnahmen. So verlierst du etwas, was noch viel wertvoller ist, nämlich das Vertrauen deiner BürgerInnen.

Wir von GEA wollen soo nicht wirtschaften. Wir wollen es anders versuchen. Leben und leben lassen! Wir wollen eine gemeinsinnige Wirtschaft üben, in der Mensch und Natur und das Gemeinwohl die wichtigsten Orientierungspunkte sind, nicht der Glanz der Profite. Die ersten Schritte haben wir bei unserem Pfingstsymposium in Schrems gesetzt. Bitte, lies unser Maimanifest.