Die größte Strafe für alle, die sich nicht für Politik interessieren, ist, dass sie von Leuten regiert werden, die sich für Politik interessieren.

ARNOLD J. TOYNBEE, Der Gang der Weltgeschichte

 

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DAS LEBEN IST KEINE GENERALPROBE

Ein Film von Nicole Scherg

DAS LEBEN IST KEINE GENERALPROBE beobachtet die Umsetzung einer Idee von einem besonderen Unternehmen, der „Waldviertler“-Schuhfabrik, in einer der prekärsten Regionen Österreichs, dem nördlichen Waldviertel. 

Auch auf DVD erhältlich – in allen GEA Läden!

Für weitere Informationen zum Film klicken Sie bitte hier.

 


 

 

 


 

Liebe Freundinnen, liebe Freunde!

Vor wenigen Wochen hatten wir bei uns in Schrems – in den Räumlichkeiten unserer Firma – ein unglaublich tolles Symposium. 150 Leute haben sich drei Tage lang leidenschaftlich zum Thema »gemeinsinnig wirtschaften« aus getauscht. Angesichts der Entwicklungen – Klima, Flucht, Konzernherrschaft, Arbeitslosigkeit usw. verspüren fast alle Menschen ein ziemlich starkes Unbehagen. Viele haben längst genug von dieser egomanischen, Leib und Seele zerstörenden Wirtschaft – und doch dauert es, bis aus diesem allgemeinen Unbehagen die konkrete Kraft der Veränderung entspringt. Bei diesem Symposium habe ich mich an die Hippiezeit erinnert: MAKE LOVE, NOT WAR. An diesem Slogan ist nix falsch. Auch heute nicht. Die Kriege in Syrien, in Afghanistan, in Jemen und und und sind gut für die Waffenindustrie. Für die Menschen dort sind sie eine Katastrophe. LOVE, die Liebe – es ist nicht immer leicht, dieses edle Ziel im Alltag umzusetzen. Und doch ist es so, dass die Liebe (DU bist ICH und ICH bin DU) ein sinnvoller Wegweiser zum Frieden ist. Menschen wollen Frieden. Den Angstmachern und Kriegstreibern, die Hass und Zwietracht säen, müssen wir mit Kraft die Liebe zum Leben entgegensetzen.

Ach, schon wieder hat mich die Leidenschaft mitgerissen. Es stimmt ja, dass es kein wichtigeres Ziel gibt als den Umbau unserer Gesellschaften in lebensbejahende Strukturen. Und doch will ich jetzt von unseren GEA Möbeln reden, denn von denen leben wir. Es ist heutzutage absolut keine Selbstverständlichkeit, dass eine Firma mit Möbeln, Schuhen und Taschen neben den Konzerngiganten bestehen kann, erst recht nicht mit eigener Erzeugung. Denn ein wahnsinnig großer Teil vom Warenangebot der Konzerne kommt aus China. So gingen und gehen Millionen Arbeitsplätze verloren. Dieser kurzfristige Nutzen dient den Konzernen. Er schadet uns allen, schadet uns als Gesellschaft.
Wir leben »dank« der Kunden, die die Qualität unserer Möbel schätzen und unsere Herangehensweise zum Thema »Wohnen« als sinnvoll erachten. Wir sagen nämlich, das Wichtigste im Leben ist das Leben selbst. Das heißt in diesem Fall, dass Möbel dem Leben dienen sollen und nicht umgekehrt. Drum sind unsere Möbel großzügig und offen. Sie verlangen keine spie.bürgerliche Reinrassigkeit, in der alles Alte hinausgeschmissen werden muss. Das Nebeneinander und Miteinander von Alt und Neu ist mit GEA Möbeln ganz einfach. So, wie es auch im richtigen Leben sein sollte.

Jeder Einkauf ist eine Volksabstimmung, in der entschieden wird, wer in diesem Wahnsinn überleben darf. Drum will ich euch, unseren Kunden, DANKE sagen. Danke, dass ihr euch für GEA Möbel entschieden habt. Denen, die hoffentlich bald bei uns einkaufen werden, möchten wir schon im Vorhinein DANKE sagen. Wir können euch garantieren, dass unsere Möbel enkeltauglich und preiswert sind, d.h. ihren Preis wert sind. Leben und leben lassen ist ein gutes Konzept für ein Leben in Frieden. 

Das meint im Ernst
Euer Heini Staudinger

Heini Staudinger Signatur

PS: Wir leben und arbeiten in Schrems, im Oberen Waldviertel. Hier sind unsere Werkstätten, hier ist unsere Zentrale. Wir suchen eine Person mit Möbelleidenschaft, die in der Möbelentwicklung, in der Beratung und vielleicht auch im Verkauf Erfahrung und Sportlichkeit mitbringt. Mehr auf unserer Website www.gea.at/jobs

 


 

Wir machen Leiner kleiner

Dieser freche Titel schmückte unser GEA Album Nummer 8 im Herbst 1999. Drunter schrieb ich: »Leiner, du bist wirklich der Größte in Österreich. Seit du Michelfeit auch noch geschluckt hast, kommst du angeblich auf 17 Milliarden Schilling (1,23 Milliarden Euro) Jahresumsatz. Wir geben es ehrlich zu: dort wollen wir knabbern. Herzliche Grüße, deine GEA«

Michelfeit war damals einer der ganz großen Möbelhändler im Osten Österreichs. 1999 wurde er von Leiner gefressen. Keine 15 Jahre später war der große Möbel-Leiner selber dran. Er wurde 2013 vom Steinhoff-Konzern gefressen.

Bruno Steinhoff hat seinen Firmenhauptsitz von Bremen nach Südafrika verlegt. Insgesamt erwirtschaftet sein Konzern nun mehr als 10 Milliarden Euro Umsatz, 75 % davon in Europa. Mit einem Gewinn von fast 650 Millionen Euro gehört er zu den »Branchenbesten«. IKEA jedoch ist noch »besser«.

Wie funktioniert das Spiel der »Großen«, der »Besten« im Möbelhandel? Wollen sie den Wettbewerb gewinnen, brauchen sie Bestpreise. Für diese müssen sie kämpfen und sparen, wo es nur geht. Vor allem:

  1. an den Lohnkosten in der Erzeugung (erzeugt wird irgendwo, am besten dort, wo es keine Sozialstandards gibt),
  2. an den Materialkosten (am besten dort, wo es keine Ökostandards gibt) und natürlich
  3. an den Steuern (am besten dort, wo es keine oder nur kleine Steuern für Konzerne gibt. Zum Beispiel in Luxemburg, Irland oder in den Niederlanden)

So musste z.B. Inter IKEA im Jahr 2010 bei einem Gewinn von 2,5 Milliarden Euro in Luxemburg nur 48.000,— Euro Steuern zahlen. (Quelle: NDR) – (In Österreich müssten wir für so einen Gewinn nicht 48.000,— Euro, sondern 625 Millionen Euro zahlen). Soo gewinnt man kurzfristig den Wettbewerb, langfristig wird soo aber alles kaputt. So – oder so ähnlich wie IKEA – machen es alle Großen.

Nun, liebe Republik, nimm dich in Acht. Denn soo verlierst du nicht nur riesige Steuereinnahmen. So verlierst du etwas, was noch viel wertvoller ist, nämlich das Vertrauen deiner BürgerInnen.

Wir von GEA wollen soo nicht wirtschaften. Wir wollen es anders versuchen. Leben und leben lassen! Wir wollen eine gemeinsinnige Wirtschaft üben, in der Mensch und Natur und das Gemeinwohl die wichtigsten Orientierungspunkte sind, nicht der Glanz der Profite. Die ersten Schritte haben wir bei unserem Pfingstsymposium in Schrems gesetzt. Bitte, lies unser Maimanifest.

 

 

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